Eines der frustrierendsten Dinge im Tennis ist, gegen jemanden zu verlieren, von dem man denkt, dass er eigentlich schlechter ist als man selbst. Ganz oben auf der Liste steht der Pusher – ein Spieler, der niemals versucht, einen Winner zu schlagen, sondern einfach jeden Ball zurück in die Mitte des Feldes spielt und darauf wartet, dass du einen vermeidbaren Fehler machst. Hier erfährst du, wie du damit umgehst…
Du erscheinst zu deinem Einzelmatch hochmotiviert und voller Vorfreude. Du knirschst mit den Zähnen, bereit für ein hartes Duell. Du wärmst dich mit deinem Gegner auf, schlägst beide Grundschläge elegant, aber auf der anderen Seite des Netzes…Oh mein Gott, was ist das?! Wie lange spielt diese Person eigentlich schon Tennis? Sie spielt jeden Ball irgendwie zurück, ohne auch nur ansatzweise eine richtige Technik zu zeigen.
Du atmest erleichtert auf – das wird einfach.
Die erste Rally dauert vierzig Schläge. Diese Granaten, die du im Warm-up gespielt hast, bringen dir auf einmal keine Punkte mehr. Die Rally endet mit einem unerzwungenen Fehler von deinem Schläger. Und dann ein weiterer unerzwungener Fehler. Und noch einer. Plötzlich gehst du mit hängendem Kopf zum Netz, bereit, die Hand eines Gegners zu schütteln, der vermutlich seit sechs Monaten spielt und dich gerade mit 6:0 6:0 geschlagen hat.
Junkballer, Moonballer, Hacker – ich nenne sie Pusher. Diese Art von Spieler, die jeden Ball zurückbringen, ohne jegliches Tempo, und dich dazu bringen, dich selbst zu besiegen. Kommt dir das bekannt vor? Keine Sorge!
Hier sind fünf Schlüssel, um den gefürchteten Pusher im Tennis zu besiegen.
1. Bleib bescheiden und respektiere den Pusher
Die oberste Regel, um den Pusher zu besiegen?
Besiege dich nicht selbst.
Um zu vermeiden, dich selbst zu schlagen, muss die mentale Seite deines Spiels stimmen. Das bedeutet, dem Drang zu widerstehen, dich selbst zu kritisieren, Punkt für Punkt zu spielen, ruhig unter Druck zu bleiben – all das ist nur möglich, wenn du eines nicht vergisst:
RESPEKTIERE DEN PUSHER!!!
Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie ein Tennismatch ablaufen kann. Technik, Stil, Spielmuster, primäre und sekundäre Taktiken, Strategien, körperliche Verfassung, mentale Stärke, Kreativität, Drucksituationen, Höhe, Spin, Nerven, Umgebung – den Ball auf jede erdenkliche Weise zurück ins Feld zu bringen, ist eine völlig legitime Art, das Spiel zu spielen. Stell dein Ego für einen Moment zur Seite. Wenn du gegen einen Pusher spielst und 0:6, 0:6 verlierst, dann warst du an diesem Tag einfach nicht besser als dieser Spieler, unabhängig von der Qualität deiner Schläge. Anstatt dich dafür zu schämen, gegen einen Hacker zu verlieren, respektiere die Fähigkeit des Pushers, Punkt um Punkt zu erkämpfen.
Sag „zu gut“…
… und beim nächsten Mal bist du besser vorbereitet, wenn du wieder gegen ihn spielst.
2. Spiele mit Höhe und Spin hinter der Grundlinie
Gegen einen Pusher zu spielen, wird oft mit dem Spiel gegen eine Wand verglichen. Wenn du langsam spielst, kommt der Ball langsam zurück. Wenn du hart schlägst, kommt der Ball hart zurück. Hor mir gut zu: Es ist sehr schwer, einen Pusher nur mit Geschwindigkeit aus dem Spiel zu nehmen. Alles, was in seiner Reichweite ist, findet seinen Weg zurück auf deine Seite des Platzes. Der Pusher will, dass du viele unerzwungene Fehler machst, indem du versuchst, den Ball mit aller Gewalt durchzuschlagen.
Wir werden nicht versuchen, den Pusher im Grundlinienspiel zu „übergrinden“, also ist Aggressivität der Schlüssel. Aber es gibt mehr Möglichkeiten, im Tennis aggressiv zu sein, als nur über Geschwindigkeit. Du musst bereit sein, den Punkt aufzubauen.
Der erste Schritt beim Punktaufbau gegen einen Pusher beginnt, wenn du hinter der Grundlinie stehst. Du musst erkennen, dass du in dieser Position in einer neutralen Ralley bist. Von hier aus den Ball mit aller Kraft zu schlagen, ist riskant und würde die Rally ohnehin nicht beenden, da du weniger Winkel zur Verfügung hast und der Ball eine größere Strecke zurücklegen muss, was dem Pusher mehr Zeit zur Erholung gibt.
Hohes Risiko, geringer Ertrag.
Stattdessen spiele den Ball mit ordentlich Topspin und Höhe über das Netz, um dem Ball mehr „Shape“ zu geben. Höhe bedeutet, dass der Ball länger in der Luft bleibt, was mehr Tiefe zur Folge hat. Mehr Tiefe sollte dir schließlich einen kürzeren Ball einbringen, indem du den Pusher von seiner eigenen Grundlinie wegdrängst.
Tempo ist überschätzt. Übe das Spielen mit Höhe und Spin von hinter der Grundlinie, um beim nächsten Match gegen einen Pusher mehr Tiefe zu erzielen.
3. Nimm den Ball früh
Du spielst also jetzt mit mehr Höhe und Geduld. Du erzielst dir kürzere Bälle – aber wie machst du den Punkt daraus? Tempo ist dir hier weiter vorne auf dem Platz eher ein Freund, aber viele Spieler haben Schwierigkeiten, kurze Bälle konsequent wegzuspielen. Das Ziel hier ist, deinem Gegner die Zeit zu nehmen – und das geht auch ohne, den Ball „totzuschlagen“.
Du kannst deinem Gegner Zeit nehmen, indem du den Ball früh nimmst.
Es ist extrem wichtig, die Zeit zu verringern, die dein Gegner hat, um sich zu erholen und/oder auf den nächsten Schlag vorzubereiten. Den Ball bei einem kurzen Ball früh und „im Aufsteigen“ zu nehmen, ist eine perfekte Möglichkeit, den Gegner unter Druck zu setzen oder die freie Fläche des Platzes zu finden. Erwarte aber nicht, plötzlich zu spielen wie Roger Federer, wenn du das vorher nie gemacht hast. Den Ball im Aufsteigen zu nehmen, ist etwas, das Freizeitspieler selten umsetzen – du musst das unbedingt üben, bevor du es im Match versuchst.
Hier ist eine Übung:
Eine weitere Möglichkeit, aggressiv zu sein? Nimm die Zeit deines Gegners, indem du den Ball im Aufsteigen im Vorderfeld nimmst.
4. Spiele kurze Bälle flach über das Netz
Den Ball früh zu nehmen erfordert viel Übung und gutes Timing. Seien wir ehrlich, du hast wahrscheinlich bei Seitenwechsel nach einem verlorenen Satz und einem Break-Rückstand „Wie besiege ich einen Pusher?“ gegoogelt und fragst dich nun, was du jetzt tun kannst, um dein Match zu gewinnen.
Nun, ähnlich wie beim frühen Nehmen des Balls ist es trotzdem unglaublich wichtig, deinem Gegner die Zeit zu nehmen, wenn du einen kürzeren Ball bekommst. Eine weitere Möglichkeit, dies zu tun, besteht darin, den Ball flach über das Netz zu spielen. Aber sollte man nicht mit Höhe und Shape spielen, höre ich dich sagen? Denk mal über den Platz als ein Spektrum nach.
Je weiter du hinten bist, desto höher ist das Risiko, den Ball flach über das Netz zu spielen, da du weiter von deinem Ziel entfernt bist. Ein flacher Ball von hinter der Grundlinie müsste auch sehr hart geschlagen werden, um dem Gegner Zeit zu nehmen, da der Ball eine längere Strecke zurücklegen muss.
Je näher du am Netz bist, desto wahrscheinlicher ist es, dass du den Ball flach über das Netz spielen kannst, da du näher an deinem Ziel bist – ein hoher Ball würde hier weniger wahrscheinlich im Feld landen, da du weniger Platz zum Reinschlagen hast. Ein Ball, der flach über das Netz gespielt wird, ist aus dieser Position auch lohnender als ein hoher Ball, da er schneller über das Netz geht und dem Gegner weniger Zeit lässt.
Akzeptiere, dass es viel schwieriger ist, dem Gegner Zeit zu nehmen, je weiter hinten du stehst. Du musst dir das Recht erst verdienen, den Ball härter zu schlagen, indem du von hinter der Grundlinie mit Spin und Tiefe spielst.
Die heilige Dreifaltigkeit bei einem kurzen Ball? 1. Tempo 2. weniger Sicherheitsabstand über Netzhöhe und 3. den Ball im Aufsteigen nehmen.
Aber immer schön Schritt für Schritt, heißer Typ. Je näher du am Netz bist, desto weniger solltest du versuchen, hoch über das Netz zu spielen, um deinem Gegner noch mehr Zeit zu nehmen.
5. Improve your overheads
The pusher / moonballer / junkballer loves a lob.
You’re playing great short balls but somehow the opponent is keeping the point alive by sending the ball to the moon and back. You need an adequate overhead. Not a great one, just an adequate one. Cause if you don’t have one, the pusher will clock this and lob until the cows come home.
Here are a few tips to improve the overhead:
Pushers love lobs so overheads are my primary tip for coming forward. If you need some practice on this shot, go away and actually practice it*!
*hopefully the short ball tips will give you some easy finishing volleys but if you’re completely low in confidence at the net, you should probably be practicing your net play for a match against a pusher too!
Summary
Hopefully you’re better equipped to deal with the pusher having absorbed these five keys…